FAUST UND SEINE ZEITGENOSSEN


Johann Georg Faust jun. (*wahrscheinlich um 1480 in Knittlingen, †um 1541 in oder bei Staufen im Breisgau).

Nannte sich Magister Georgius Sabellicus, Faustus iunior, fons necromanticorum,

astrologus, magus secundus, chiromanticus, agromanticus, pyromanticus, in hydra arte secundus.

 

Bald nach seinem Tod wurden Geschichten über Faustus zu Legenden weiterentwickelt (Faust-Sage).

Johann Spies veröffentlichte die "Historia von D. Johann Fausten,

dem weitbeschreyten Zauberer und Schwartzkünstler", Frankfurt am Main 1587.

 

Die kreativste Erfindung des anonymen Autors war die Handlung,

die sich aus dem Vertrag zwischen Faustus und dem Teufel ergab,

der Pakt, der es Faustus für vierundzwanzig Jahre erlaubte,

ohne die normalen menschlichen Einschränkungen die Welt

um des Wissens, der Macht und der Lust willen zu erkunden;

danach konnte der Teufel seine Seele mit in die Hölle nehmen.

 

1589 stilisierte Christopher Marlowe Faust zum Rebellen gegen Gott,

zum Gelehrten, der die Grenzen der Wissenschaft zu sprengen versucht.

("Tragical History of Doctor Faustus").

 

Die Bearbeitung des Stoffes von einem "Christlich-Meynenden" aus dem Jahr 1726

gehört zu den Schätzen der Faust-Sammlung in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.

 

Martin Luther (*10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld; †18. Februar 1546 ebenda)

war der theologische Urheber der Reformation.

Als zu den gehörender Theologieprofessor entdeckte er Gottes Gnadenzusage im Neuen Testament wieder

und orientierte sich fortan ausschließlich an Jesus Christus als dem "fleischgewordenen Wort Gottes".

Nach diesem Maßstab wollte er Fehlentwicklungen der Christentumsgeschichte und in der Kirche seiner Zeit überwinden.

 

Seine Betonung des gnädigen Gottes, seine Predigten und seine Bibelübersetzung führten

zur Bildung evangelisch-lutherischer Kirchen und weiterer Konfessionen des Protestantismus.

 

Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim

(* vermutlich 1493 in Egg, Kanton Schwyz; †24. September 1541 in Salzburg),

nannte sich seit 1529 Paracelsus und wirkte als Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph.

 

Das Wissen und Wirken des Paracelsus gilt als überaus umfassend.

Seine Heilungserfolge waren legendär, trugen ihm aber auch erbitterte Gegnerschaft

durch etablierte Mediziner und Apotheker ein, zusätzlich verschärft durch die oft beißende Kritik

seitens des Paracelsus an der vorherrschenden Lehrmeinung der Humoralpathologie nach Galen

und der bloßen Bücherweisheit damaliger medizinischer Gelehrter.

Paracelsus hinterließ zahlreiche deutschsprachige Aufzeichnungen und Bücher

medizinischen, astrologischen, philosophischen und theologischen Inhalts,

die größtenteils erst nach seinem Tod gedruckt wurden.

  

Michel de Nostredame, (*14. Dezember 1503 in Saint-Remy-de-Provence, Provence; †2. Juli 1566 in Salon-de-Provence)

latinisiert als Nostradamus für war ein französischer Apotheker und hat als Arzt und Astrologe gearbeitet.

Schon zu seinen Lebzeiten machten ihn seine prophetischen Gedichte berühmt,

welche aus Gruppen von je 100 zusammengefaßten Vierzeilern (Quotrains) bestanden, den sogenannten Centurien.